Wahrnehmungsschulung

Eine sehr große Rolle spielt dabei am Anfang die Wahrnehmung der Betroffenen für das Thema der Sturzprävention zu sensibilisieren, damit sie lernen, Gefahrensituationen einschätzen und vermeiden können. Ältere Menschen müssen lernen ihre Aktivitäten entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten anzupassen. Außerdem sollten alltägliche Tätigkeiten möglichst nicht in großer Eile erledigt werden. Unter Zeitdruck passieren häufig Stürze, da die Achtsamkeit und Konzentration auf andere Dinge gerichtet sind.


Testen Sie einmal selbst ihre Aufmerksamkeit. Suchen Sie sich eine Kreuzung, überqueren sie die erste Straße. Was haben sie dabei alles wahrgenommen? Die anhaltenden Autos? Die Fußgängerampel die auf grün schaltet? Die Bordsteinkante vom Gehsteig auf die Straße? Haben Sie die entgegenkommenden Leute, den Fahrradfahrer neben sich bemerkt? Heben sie beim Überqueren der Straße den Blick noch einmal auf das Signal der Ampel, um zu überprüfen, ob sie immer noch grün zeigt? Wann realisieren Sie den gegenüberliegenden Bordstein und machen sich bereit den Fuß zu heben?


Wie viele dieser Faktoren konnten Sie beim ersten Versuch, einmal bewusst die Straße zu überqueren, wahrnehmen? Wahrscheinlich ist Ihnen das erst nach der dritten oder vierten Mal gelungen. Das Beispiel der Kreuzung macht deutlich wie viel Aufmerksamkeit auch alltägliche Tätigkeiten erfordern und das mangelnde Konzentration Fehler, wie zum Beispiel das Übersehen der Bordsteinkante hervorrufen kann.
Versuchen sie gegebene Risikofaktoren schrittweise auszuschalten, wie Umstellung der Medikamention, Anpassen der Brillengläser. Bereits bei Veränderung eines Risikofaktors kann das Sturzrisiko um 10% gesenkt werden.